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Samenspende in Österreich: Wege, Recht und Kosten im Überblick

Eine Samenspende ist in Österreich auf zwei Wegen möglich: in einer zugelassenen Kinderwunschklinik oder privat, meist mit der Bechermethode. Den Klinikweg dürfen nur Paare gehen, auch Frauenpaare; Single-Frauen bleibt in Österreich nur die private Samenspende oder eine Behandlung im Ausland. Hier steht, was das Fortpflanzungsmedizingesetz und das ABGB regeln, welche Kliniken mit Spendersamen arbeiten, was eine Samenspende kostet und was Kinder später über den Spender erfahren können.

Ist eine Samenspende in Österreich erlaubt?

Ja, aber mit klaren Regeln. Für die Behandlung in einer Klinik gilt das Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG). Es versteht unter medizinisch unterstützter Fortpflanzung jede Methode, eine Schwangerschaft auf andere Weise als durch Geschlechtsverkehr herbeizuführen, als Erstes nennt es das Einbringen von Samen in die Geschlechtsorgane einer Frau (§ 1 FMedG). Samen eines Dritten darf dabei verwendet werden, wenn der Partner nicht fortpflanzungsfähig ist oder wenn zwei Frauen ein Kind bekommen möchten (§ 3 FMedG).

Für die private Samenspende ohne Klinik gilt seit 1. Jänner 2024 das ABGB: Es nennt ausdrücklich die „nicht-medizinisch unterstützte Fortpflanzung“ und regelt, wer dann rechtlich Elternteil wird (§ 148 ABGB). Verboten ist sie nicht. Offen ist, wie weit Vorschriften des FMedG auch für private Inseminationen gelten; das sollte bei Zweifeln eine Anwältin oder ein Anwalt klären.

Keine Rechtsberatung. Wir fassen hier die Gesetzeslage zusammen (Stand Oktober 2026). Ob sie in eurem Fall so gilt, kann nur eine Anwältin oder ein Anwalt für Familienrecht sagen.

Samenspende in der Kinderwunschklinik

Wer in Österreich behandelt werden darf

Eine Behandlung mit Spendersamen ist nur in einer Ehe, einer eingetragenen Partnerschaft oder einer Lebensgemeinschaft erlaubt, ausdrücklich auch, wenn die Schwangerschaft bei einer von zwei Frauen herbeigeführt werden soll (§ 2 FMedG). Alleinstehende Frauen sind ausgeschlossen. Für sie bleiben die private Samenspende oder eine Behandlung im Ausland.

Wo und wie die Behandlung stattfindet

Mit Spendersamen dürfen nur Fachärztinnen und Fachärzte für Frauenheilkunde in einer dafür zugelassenen Krankenanstalt behandeln (§ 4, § 11 FMedG). In einer gewöhnlichen gynäkologischen Ordination ist eine Insemination nur mit dem Samen des Ehemanns oder Lebensgefährten erlaubt, nicht mit Spendersamen.

Der Ablauf ist meist so: Beratung und Untersuchungen, Auswahl des Spenders, Zyklusbeobachtung mit Ultraschall, dann eine Insemination in die Gebärmutter (IUI) oder, wenn nötig, eine IVF oder ICSI. Der Spender wird vorher auf Infektionen untersucht, sein Samen 180 Tage in Quarantäne gelagert und dann nach einem Nachtest freigegeben (Gewebeentnahmeeinrichtungsverordnung, GEEVO § 11).

Bekannter Spender über die Klinik

Weniger bekannt: Einige Kliniken behandeln auch mit einem Spender, den das Paar selbst mitbringt, etwa einem Freund. Das Kinderwunschzentrum an der Wien und Next Fertility Bregenz nennen diese Möglichkeit ausdrücklich, die Kinderwunsch-Clinic Dr. Zech in Innsbruck beschreibt den Weg mit einem privat organisierten Spender. Der Vorteil: Der Spender wird wie jeder Klinikspender untersucht, und er kann rechtlich nicht als Vater festgestellt werden, weil er seinen Samen einer zugelassenen Krankenanstalt überlassen hat (§ 148 Abs. 4 ABGB). Der Nachteil: höhere Kosten und der Klinikweg steht nur Paaren offen.

Kinderwunschkliniken mit Spendersamen nach Bundesland

Diese Kliniken nennen auf ihrer eigenen Website eine Behandlung mit Spendersamen, ein Spenderprogramm oder eine Zusammenarbeit mit einer Samenbank (Stand Oktober 2026). Die vollständige Liste aller Vertragskrankenanstalten des IVF-Fonds veröffentlicht das Sozialministerium.

BundeslandKlinikLaut Klinik
WienKinderwunschzentrum an der Wieneigenes Spenderprogramm; auch selbst mitgebrachter, bekannter Spender möglich
WienKinderwunschzentrum DöblingZusammenarbeit mit einer Samenbank in Kopenhagen
NiederösterreichWunschbaby Institut Feichtinger, Badeneigene Samenbank (neu 2026), auch für den Standort Wien
NiederösterreichTiny Feet, Wiener Neustadt und St. Pöltenwirbt eigene Spender an
OberösterreichKinderwunschklinik Dr. Pavlik, Thalheim bei WelsZusammenarbeit mit der European Sperm Bank
SalzburgBabywunsch-Klinik Dr. Zajceigene Samenbank (samenbank-salzburg.at)
SalzburgNext Fertility SalzburgSamenspende für Frauenpaare und Paare
SteiermarkFertiliaMed GrazSpendersamen überwiegend von der European Sperm Bank
SteiermarkReproCreate GrazPartnerschaft mit Cryos
SteiermarkKinderwunsch Institut Schenk, Doblwirbt eigene Spender an
KärntenKinderwunsch Sterneck, KlagenfurtZusammenarbeit mit der European Sperm Bank
TirolKinderwunsch-Clinic Dr. Zech, InnsbruckBehandlung mit Spendersamen, auch privat organisierter Spender
VorarlbergLKH Feldkirch, KinderwunschzentrumKooperation mit Cryos und European Sperm Bank
VorarlbergNext Fertility Bregenzauch eigener Spender möglich

Für das Burgenland haben wir keine Klinik gefunden, die Spendersamen auf ihrer Website nennt. Das Kinderwunschzentrum der Confraternität in Wien ist laut eigener Website seit Ende September 2026 geschlossen. Angaben ohne Gewähr, bitte direkt bei der Klinik nachfragen.

Gibt es in Österreich eine Samenbank?

Ja, aber nur innerhalb von Kliniken. Das Wunschbaby Institut Feichtinger hat 2026 eine eigene Samenbank in Baden eröffnet, die Babywunsch-Klinik Dr. Zajc betreibt eine in Salzburg, und mehrere Kliniken werben selbst Spender an. Viele andere beziehen Spendersamen von großen Samenbanken in Dänemark, vor allem Cryos und der European Sperm Bank. Spendersamen darf in Österreich ausschließlich einer zugelassenen Krankenanstalt überlassen werden (§ 11 FMedG), und jeder Spender darf nur bei einer einzigen Klinik spenden (§ 14 FMedG). Spendersamen direkt nach Hause zu bestellen, wie es in manchen Ländern üblich ist, sieht das österreichische Recht nicht vor.

Private Samenspende in Österreich

Bei einer privaten Samenspende lernen sich Spender und Wunscheltern selbst kennen, etwa über eine Plattform wie bechermethode.at, und die Insemination findet zu Hause statt, meist mit der Bechermethode. Diesen Weg wählen vor allem Single-Frauen, die keine Klinik behandeln darf, und Paare, die den Spender kennen möchten oder die Kosten der Klinik nicht tragen können.

Rechtlich entscheidend ist der Familienstand der Mutter: Ist sie verheiratet oder in eingetragener Partnerschaft und hat ihr Partner oder ihre Partnerin der privaten Insemination zugestimmt, kann der Spender nicht als Vater festgestellt werden, die zustimmende Person wird Elternteil (§ 148 Abs. 3a und 5 ABGB). In allen anderen Fällen kann der Spender als Vater festgestellt werden, mit Unterhaltspflicht und Erbrecht. Gesundheitlich fehlt die Quarantäne der Klinik; umso wichtiger sind aktuelle Infektionstests. Wie das alles im Detail abläuft, erklärt unser Ratgeber Private Samenspende.

Was kostet eine Samenspende in Österreich?

In der Klinik

Einige Kliniken veröffentlichen ihre Preise:

Dazu kommt der Spendersamen selbst, wenn er von einer Samenbank stammt; dessen Preis nennen österreichische Kliniken meist nicht öffentlich. Weil meist mehrere Versuche nötig sind, summieren sich die Kosten schnell.

Was der IVF-Fonds zahlt und was nicht

Der IVF-Fonds übernimmt 70 Prozent der Kosten einer In-vitro-Fertilisation in einer Vertragskrankenanstalt, wenn eine medizinische Indikation vorliegt, höchstens für vier Versuche (§ 4 IVF-Fonds-Gesetz). Frauenpaare sind seit 1. Jänner 2015 anspruchsberechtigt, wenn die Indikation bei der Frau vorliegt, die das Kind austrägt. Aber:

Privat

Eine private Samenspende kostet vor allem die Tests. Bei der Aids Hilfe Wien ist der HIV-Labortest anonym kostenlos, Syphilis kostet 15 Euro, Hepatitis B und C 30 Euro und ein Chlamydien- und Tripper-Selbstabstrich 36 Euro (Stand Oktober 2026). Dazu kommen Becher, Spritzen und Ovulationstests. Geld für den Spender ist bei uns nicht erlaubt; mehr dazu unter Geld für Samenspende.

Voraussetzungen und Alter

Für Spender: Ein Samenspender muss mindestens 18 Jahre alt sein und schriftlich zustimmen, dass sein Samen verwendet wird und das Kind später Auskunft über ihn bekommen kann (§ 13 FMedG). Die Kliniken setzen eigene Grenzen: 18 bis 35 Jahre beim Kinderwunschzentrum an der Wien, 18 bis 45 bei Tiny Feet und Wunschbaby Baden, 20 bis 40 beim Institut Schenk. Mehr dazu im Ratgeber Samenspender werden.

Für Empfängerinnen: Eine gesetzliche Altersgrenze gibt es bei der Samenspende nicht, nur bei der Eizellspende (45 Jahre, § 3 Abs. 3 FMedG). Laut einer Innsbrucker Klinik behandeln die meisten Kliniken bis etwa 50 Jahre. Der IVF-Fonds zahlt nur bis 40. Medizinisch nimmt die Fruchtbarkeit laut den amerikanischen Fachgesellschaften ab etwa 32 Jahren langsam und ab 37 deutlich ab.

Wie oft darf man in Österreich Samen spenden?

Ein Spender darf seinen Samen nur einer einzigen Krankenanstalt überlassen, und sein Samen darf für höchstens drei Ehen, eingetragene Partnerschaften oder Lebensgemeinschaften verwendet werden (§ 14 FMedG). Samen verschiedener Männer darf nicht gemischt werden. Wie viele Proben ein Spender abgibt, bestimmt die Klinik: beim Kinderwunschzentrum an der Wien 8 bis 12 geeignete Proben, meist wöchentlich bis alle zwei Wochen, bei der Babywunsch-Klinik Zajc drei bis sechs innerhalb eines Monats. Für private Spenden gibt es keine gesetzliche Höchstzahl; wir empfehlen trotzdem, sich an diese Grenze zu halten.

Das Recht des Kindes auf Auskunft

Österreich kennt kein zentrales Spenderregister. Die Klinik zeichnet Name, Geburtsdaten, Staatsangehörigkeit, Wohnort und Eltern des Spenders auf und bewahrt die Daten 30 Jahre auf; danach oder wenn die Klinik schließt, gehen sie an den Landeshauptmann (§ 15 FMedG). Das Kind kann ab dem vollendeten 14. Lebensjahr Einsicht verlangen (§ 20 FMedG). Den Antrag stellt es bei der Klinik, nach deren Schließung beim Landeshauptmann. Bei einer privaten Samenspende gibt es diese Aufzeichnungen nicht, deshalb sollten die Eltern Name und Kontakt des Spenders selbst sicher aufbewahren.

Wie häufig ist Samenspende in Österreich?

Alle Kliniken müssen ihre Behandlungen jährlich melden. Laut dem Bericht der Gesundheit Österreich GmbH wurden 2024 Inseminationen mit Samenspenden dritter Personen 567-mal bei 314 Frauen durchgeführt, dazu 861 IVF- oder ICSI-Behandlungen mit Spendersamen bei 547 Frauen. Nach Inseminationen mit Spendersamen kamen 68 Kinder lebend zur Welt. 2023 waren es 600 Inseminationen bei 348 Frauen und 67 Lebendgeburten; aufbewahrt wurden 2.911 Samenspenden Dritter. Wie viele Kinder durch private Samenspenden entstehen, erfasst niemand.

Wie geht es weiter?

Wenn ihr als Paar in die Klinik dürft, ist der Klinikweg rechtlich der sicherste. Wer privat einen Spender sucht oder einen kennenlernen möchte, findet auf bechermethode.at geprüfte Profile aus ganz Österreich.

Profile ansehen So funktioniert die Bechermethode

Häufige Fragen zur Samenspende in Österreich

Ist eine Samenspende in Österreich erlaubt?

Ja. In der Kinderwunschklinik ist die Behandlung mit Spendersamen für Paare in Ehe, eingetragener Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft erlaubt, auch für zwei Frauen. Single-Frauen sind davon ausgeschlossen. Die private Samenspende ohne Klinik regelt seit 2024 das ABGB; sie ist nicht verboten, hat aber andere rechtliche Folgen.

Gibt es in Österreich eine Samenbank?

Ja. Einige Kliniken haben eine eigene Samenbank oder werben selbst Spender an, etwa in Baden, Salzburg und Dobl. Viele andere arbeiten mit großen Samenbanken in Dänemark zusammen. Spendersamen darf in Österreich nur an zugelassene Krankenanstalten gehen.

Kann man in Österreich Sperma spenden?

Ja, bei einer Kinderwunschklinik mit Spenderprogramm. Spender müssen mindestens 18 sein, die Kliniken setzen meist eine Obergrenze zwischen 35 und 45 Jahren. Privat zu spenden ist ebenfalls möglich, dann gelten aber andere Regeln zur Vaterschaft.

Wie oft darf man in Österreich Sperma spenden?

Der Samen eines Spenders darf über Kliniken für höchstens drei Familien verwendet werden, und jeder Spender darf nur bei einer einzigen Klinik spenden. Wie viele Proben er dafür abgibt, legt die Klinik fest, beim Kinderwunschzentrum an der Wien sind es 8 bis 12.

Was kostet eine Samenspende in Österreich?

Für Wunscheltern kostet eine Insemination mit Spendersamen in der Klinik je nach Haus etwa 660 bis 1.350 Euro pro Versuch, dazu kommen Samen, Untersuchungen und Verwaltung. Der IVF-Fonds zahlt Inseminationen und Spendersamen nicht. Eine private Samenspende kostet vor allem die Tests.

Bis zu welchem Alter ist eine Samenspende in Österreich möglich?

Das Gesetz kennt für die Samenspende keine Altersgrenze der Frau. Die meisten Kliniken behandeln bis etwa 50. Der IVF-Fonds beteiligt sich nur, wenn die Frau zu Beginn des Versuchs noch nicht 40 ist.

Quellen

  1. Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) §§ 1–4, 11, 13–16, 20
  2. ABGB §§ 144, 148 (Fassung BGBl. I 180/2023)
  3. IVF-Fonds-Gesetz § 1 (Gegenstand)
  4. IVF-Fonds-Gesetz § 2 (70 % der Kosten)
  5. IVF-Fonds-Gesetz § 4 (Indikation, Versuche, Altersgrenzen)
  6. Sozialministerium: Broschüre „Wir möchten ein Baby“, Stand Juli 2025
  7. Sozialministerium: IVF-Fonds
  8. Sozialministerium: Liste der Vertragskrankenanstalten (09/2026)
  9. oesterreich.gv.at: Medically assisted reproduction (Auskunft für das Kind)
  10. Gesundheit Österreich GmbH: Bericht nach § 21 FMedG 2024
  11. Gesundheit Österreich GmbH: Bericht nach § 21 FMedG 2023
  12. Gewebeentnahmeeinrichtungsverordnung (GEEVO) § 11
  13. Next Fertility Bregenz: Preise (ab 01.04.2025)
  14. Kinderwunsch-Clinic Dr. Zech: IVF-Kosten
  15. Kinderwunsch-Clinic Dr. Zech: Altersgrenze künstliche Befruchtung Österreich
  16. Kinderwunschzentrum an der Wien: Information zur Samenspende (Infoblatt V09)
  17. Aids Hilfe Wien: Testangebote und Preise
  18. ACOG/ASRM Committee Opinion 589: Female age-related fertility decline
  19. Kinderwunschzentrum an der Wien (Website)
  20. Kinderwunschzentrum Döbling (Website)
  21. Wunschbaby Institut Feichtinger, Baden (Website)
  22. Tiny Feet, Wiener Neustadt und St. Pölten (Website)
  23. Kinderwunschklinik Dr. Pavlik, Thalheim bei Wels (Website)
  24. Babywunsch-Klinik Dr. Zajc (Website)
  25. Next Fertility Salzburg (Website)
  26. FertiliaMed Graz (Website)
  27. ReproCreate Graz (Website)
  28. Kinderwunsch Institut Schenk, Dobl (Website)
  29. Kinderwunsch Sterneck, Klagenfurt (Website)
  30. Kinderwunsch-Clinic Dr. Zech, Innsbruck (Website)
  31. LKH Feldkirch, Kinderwunschzentrum (Website)
  32. Next Fertility Bregenz (Website)

Klinikangaben und Preise ändern sich, bitte direkt bei der Klinik prüfen. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.