Geld für Samenspende: Wie viel bekommt man in Österreich?
Kurz gesagt: Reich wird mit einer Samenspende in Österreich niemand. Für eine Behandlung in der Kinderwunschklinik darf Samen nicht verkauft werden, Kliniken zahlen nur eine Auslagenentschädigung. Bei einer privaten Spende über bechermethode.at fließt gar kein Geld. Hier steht, was das Gesetz sagt, was Kliniken tatsächlich zahlen und warum wir Geld bei privaten Spenden ausschließen.
Was das Gesetz sagt
Das Fortpflanzungsmedizingesetz verbietet, Samen oder Eizellen für eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung gegen Entgelt zu überlassen. Eine Aufwandsentschädigung gilt als Entgelt, sobald sie über die nachgewiesenen Barauslagen hinausgeht, die im Zusammenhang mit der medizinischen Behandlung entstanden sind (§ 16 Abs. 1 FMedG). Wer dagegen verstößt, begeht eine Verwaltungsübertretung, die Geldstrafe kann bis zu 50.000 Euro betragen (§ 22 FMedG).
Keine Rechtsberatung. Wir fassen hier die Gesetzeslage zusammen (Stand Oktober 2026). Ob sie in eurem Fall so gilt, kann nur eine Anwältin oder ein Anwalt für Familienrecht sagen.
Was Kliniken in Österreich zahlen
Kliniken nennen das, was sie zahlen, Auslagen- oder Aufwandsentschädigung. Öffentlich genannt wird ein Betrag nur selten:
- Kinderwunschzentrum an der Wien: 100 Euro pro geeigneter Probe, davon 75 Euro sofort und 25 Euro gesammelt beim letzten Termin. Für die Voruntersuchungen gibt es nichts. Bei den verlangten 8 bis 12 geeigneten Proben ergibt das rechnerisch 800 bis 1.200 Euro, verteilt über mehrere Monate.
- Babywunsch-Klinik Dr. Zajc, Salzburg: „eine entsprechende Aufwandsentschädigung“, ohne Betrag.
Dafür musst du strenge Voraussetzungen erfüllen und viele Termine wahrnehmen, siehe Samenspender werden bei einer Klinik. Nicht jede abgegebene Probe ist geeignet, und nicht jeder Bewerber wird genommen.
Geld bei privaten Spenden
Ob das Entgeltverbot auch für die private Bechermethode gilt, ist rechtlich nicht geklärt: Das Gesetz spricht von medizinisch unterstützter Fortpflanzung, nennt dort aber auch „das Einbringen von Samen“. Auf bechermethode.at stellt sich die Frage nicht, weil wir Geld bei privaten Spenden ausschließen:
- Profile und Nachrichten, in denen Geld gefordert oder angeboten wird, schalten wir nicht frei. Unsere Prüfung markiert Geldbeträge automatisch.
- Nachweisbare Fahrtkosten könnt ihr untereinander vereinbaren, mehr nicht.
- Wer eine Samenspende privat verkaufen möchte, ist hier falsch.
Warum so streng? Geld verändert die Beziehung zwischen Spender und Familie. Es zieht Menschen an, denen es nicht um das Kind geht, und es macht Druck: auf schnellere Termine, auf weniger Tests, manchmal auf Geschlechtsverkehr statt Bechermethode.
Warnsignale bei Spendern
- Vorauszahlung, „Kaution“ oder ein Preis pro Versuch
- Druck, den „natürlichen Weg“ zu wählen
- keine oder veraltete Testbefunde (HIV, Hepatitis B und C, Syphilis, Chlamydien, siehe Gesundheit und Tests)
- Ausweichen bei Fragen zu Identität, Familie oder anderen Spenden
- Drängen auf ein Treffen in der eigenen Wohnung beim ersten Kontakt
Brich den Kontakt in solchen Fällen ab und melde das Profil über den Link auf der Profilseite.
Geprüfte Profile ansehen Samenspender werden
Häufige Fragen zu Geld und Samenspende
Wie viel Geld bekommt man in Österreich für eine Samenspende?
Bei einer Klinik eine Auslagenentschädigung. Das Kinderwunschzentrum an der Wien zahlt laut Infoblatt 100 Euro pro geeigneter Probe, bei 8 bis 12 Proben also rechnerisch 800 bis 1.200 Euro. Für Voruntersuchungen gibt es nichts. Andere Kliniken nennen keine Beträge. Bei einer privaten Spende über bechermethode.at gibt es kein Geld.
Darf man in Österreich Sperma verkaufen?
Für eine Behandlung in einer Kinderwunschklinik nicht: Die Überlassung von Samen für eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung darf nicht gegen Entgelt erfolgen, erlaubt sind nur nachgewiesene Barauslagen (§ 16 Abs. 1 FMedG). Ob das auch für die private Bechermethode gilt, ist rechtlich nicht geklärt. Auf bechermethode.at sind Geldforderungen nicht erlaubt.
Zahlt bechermethode.at Spendern etwas?
Nein. Die Plattform ist für alle kostenlos, wir zahlen niemandem etwas und verlangen von niemandem etwas.
Dürfen Wunscheltern dem Spender Fahrtkosten ersetzen?
Nachweisbare Fahrtkosten könnt ihr untereinander vereinbaren. Alles, was darüber hinausgeht, etwa ein Betrag pro Termin, ist auf bechermethode.at nicht erlaubt.
Woran erkenne ich unseriöse Spender?
An Vorauszahlungen, „Kautionen“, Preisen pro Versuch, an Druck zum Geschlechtsverkehr statt Bechermethode und an fehlenden oder alten Testbefunden. Brich den Kontakt ab und melde das Profil.
Quellen
- Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) § 16 Entgelt- und Vermittlungsverbot
- FMedG § 22 Strafbestimmungen
- FMedG § 1 Begriffsbestimmungen
- Kinderwunschzentrum an der Wien: Information zur Samenspende (Infoblatt V09, gültig ab 20.10.2022)
- Babywunsch-Klinik Dr. Zajc: Ablauf der Samenspende
Stand: Oktober 2026. Beträge der Kliniken können sich ändern, bitte direkt dort prüfen.